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Zirkulärwirtschaft (Circular Economy) im Bauwesen – Status quo, Potenziale, Stellschrauben
Die Entnahme und Verarbeitung mineralischer, metallischer und biogener Ressourcen tragen erheblich zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Die Summe global entnommener Rohstoffe dürfte sich angesichts der fortschreitenden Urbanisierung und globaler Wohstandszuwächse bis Mitte des Jahrhunderts noch einmal nahezu verdoppeln. Ressourcenschonung auf allen Ebenen der Wirtschaft ist notwendig. Die Bauwirtschaft steht zentral im Fokus, da sie in Deutschland sowie weltweit die größten Abfallmengen verursacht. Eine Kreislaufführung schont Ressourcen. Eine Fülle von Maßnahmen kann zu einem sorgsameren Umgang mit den Rohstoffen führen. Sie reichen von Zertifizierungen für das Urban Mining über die Etablierung digitaler Baustoffbörsen bis zu strengeren abfallrechtlichen Vorgaben, die etwa Rücknahmepflichten für Baustoffe festschreiben oder verpflichtende Gebäudematerialpässe. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang auch auf die Zirkulärwirtschaft hin angepasste wie auch neue Normierungen bis hin zu veränderten Bau-, Planungsprozessen und einem zirkulären Produktdesign. Das Konzept des Cradle to Cradle ergänzt den Anspruch dauerhafter Kreislaufführung technischer Bauteile um das Ideal einer konsequent auf „Kompostierbarkeit“ ausgerichteten Biosphäre – hierzu zählen etwa Baustoffe aus Holzfasern oder Stroh. Die Vorstellung einer „Welt ohne Abfall“ nach dem Vorbild der Natur trägt zur Orientierung am Ziel der Ressourcenschonung bei, ist aber letztlich ahistorisch und als starre Norm praxisuntauglich. Sie ist für innovierende Unternehmen hoch attraktiv und wichtiger Teil der zirkulären Transformation. Ein weiterer sind Innovationen der Abfall- und Recyclingwirtschaft, die mit den Abfallströmen arbeiten müssen so, wie sie sind. Ein Beispiel ist die sensorische Trennung von Baustofffraktionen nach farblichen Kriterien aus dem Bauschutt. Sie erleichtert Trennung und Wiederverwertung. Dieser Artikel benennt zunächst Knappheitsprognosen für Baustoffe, Recyclingquoten im Bauwesen, gibt einen Überblick über materialsparende Baustoffe wie Leicht- und Gradientenbeton, Celitement oder Holzhybriddecken. Er arbeitet dann mit Blick auf die historischen Entstehungskontexte dieser Konzepte die Unterschiede von Kreislaufwirtschaft und Circular Economy heraus. Der Artikel gibt dann einen einführenden Überblick über die Rolle von Bauteilbörsen und Materialkatastern und Rücknahmepflichten von Baustoffen, benennt das Potenzial des Urban Minings und stellt das Planungstool Urban Mining Index vor. Es folgen Blicke auf exponierte Beispiele der Architektur und ein historischer Rückblick auf die schonende Rückbaupraxis der 1920er Jahre, die Vorbild für eine zirkuläre Bauwirtschaft sein kann.
Zirkulärwirtschaft (Circular Economy) im Bauwesen – Status quo, Potenziale, Stellschrauben
Die Entnahme und Verarbeitung mineralischer, metallischer und biogener Ressourcen tragen erheblich zu den globalen Treibhausgasemissionen bei. Die Summe global entnommener Rohstoffe dürfte sich angesichts der fortschreitenden Urbanisierung und globaler Wohstandszuwächse bis Mitte des Jahrhunderts noch einmal nahezu verdoppeln. Ressourcenschonung auf allen Ebenen der Wirtschaft ist notwendig. Die Bauwirtschaft steht zentral im Fokus, da sie in Deutschland sowie weltweit die größten Abfallmengen verursacht. Eine Kreislaufführung schont Ressourcen. Eine Fülle von Maßnahmen kann zu einem sorgsameren Umgang mit den Rohstoffen führen. Sie reichen von Zertifizierungen für das Urban Mining über die Etablierung digitaler Baustoffbörsen bis zu strengeren abfallrechtlichen Vorgaben, die etwa Rücknahmepflichten für Baustoffe festschreiben oder verpflichtende Gebäudematerialpässe. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang auch auf die Zirkulärwirtschaft hin angepasste wie auch neue Normierungen bis hin zu veränderten Bau-, Planungsprozessen und einem zirkulären Produktdesign. Das Konzept des Cradle to Cradle ergänzt den Anspruch dauerhafter Kreislaufführung technischer Bauteile um das Ideal einer konsequent auf „Kompostierbarkeit“ ausgerichteten Biosphäre – hierzu zählen etwa Baustoffe aus Holzfasern oder Stroh. Die Vorstellung einer „Welt ohne Abfall“ nach dem Vorbild der Natur trägt zur Orientierung am Ziel der Ressourcenschonung bei, ist aber letztlich ahistorisch und als starre Norm praxisuntauglich. Sie ist für innovierende Unternehmen hoch attraktiv und wichtiger Teil der zirkulären Transformation. Ein weiterer sind Innovationen der Abfall- und Recyclingwirtschaft, die mit den Abfallströmen arbeiten müssen so, wie sie sind. Ein Beispiel ist die sensorische Trennung von Baustofffraktionen nach farblichen Kriterien aus dem Bauschutt. Sie erleichtert Trennung und Wiederverwertung. Dieser Artikel benennt zunächst Knappheitsprognosen für Baustoffe, Recyclingquoten im Bauwesen, gibt einen Überblick über materialsparende Baustoffe wie Leicht- und Gradientenbeton, Celitement oder Holzhybriddecken. Er arbeitet dann mit Blick auf die historischen Entstehungskontexte dieser Konzepte die Unterschiede von Kreislaufwirtschaft und Circular Economy heraus. Der Artikel gibt dann einen einführenden Überblick über die Rolle von Bauteilbörsen und Materialkatastern und Rücknahmepflichten von Baustoffen, benennt das Potenzial des Urban Minings und stellt das Planungstool Urban Mining Index vor. Es folgen Blicke auf exponierte Beispiele der Architektur und ein historischer Rückblick auf die schonende Rückbaupraxis der 1920er Jahre, die Vorbild für eine zirkuläre Bauwirtschaft sein kann.
Zirkulärwirtschaft (Circular Economy) im Bauwesen – Status quo, Potenziale, Stellschrauben
Grossarth, Jan (Autor:in)
Bioökonomie und Zirkulärwirtschaft im Bauwesen ; Kapitel: 8 ; 267-335
05.03.2024
69 pages
Aufsatz/Kapitel (Buch)
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