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Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzepte als Planungsinstrument für ein integratives Flussraummanagement
Zusammenfassung Flussräume bestehen aus dem Gewässer selbst und dem durch das Gewässer und dessen Hochwässern geprägten Umland. Sie sind in Österreich einer Vielzahl unterschiedlicher Nutzungen ausgesetzt. Insbesondere der Schutz von Siedlungsräumen vor Naturgefahren sowie die Landgewinnung für land- und forstwirtschaftliche Produktion haben unsere Flusslandschaften über Jahrhunderte geprägt und nachhaltig verändert. Traditionelle schutzwasserwirtschaftliche Baumaßnahmen führen zu einer Vielzahl an Belastungen für die Gewässerökosysteme und sind in Österreich die Hauptursache für die Verfehlung der ökologischen Ziele der Wasserrahmenrichtlinie in mehr als 50 % unserer Fließgewässer. Um die Ziele und Maßnahmenprogramme des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans mit jenen des Nationalen Hochwasserrisikomanagementplans abstimmen und gleichzeitig auch andere Nutzungen und Anforderungen an das Gewässer berücksichtigen zu können, bedarf es eines integrativen Flussraummanagements. Nur durch eine gesamtheitliche, sektorenübergreifende Betrachtung aller gewässerrelevanten Aspekte ist es möglich, Konflikte zu erkennen, Synergien zu identifizieren und in einem integrativen, partizipativen Prozess die bestmöglichen Lösungen für das Gewässer zu erarbeiten. Mit dem Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzept (GE-RM) wurde ein Planungsinstrument für integratives Flussraummanagement entwickelt. Der GE-RM-Planungsprozess erfolgt für längere Gewässerstrecken bzw. ganze Einzugsgebiete, stärkt die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Fach- und Verwaltungsbereichen und führt zur Definition eines integrativen Leitbildes, welches in weiterer Folge als Grundlage für die Erstellung konkreter schutzwasserwirtschaftlicher und ökologischer Maßnahmenkonzepte dient. Die Identifizierung von Synergien zwischen den verschiedenen Fachbereichen steht dabei im Vordergrund. Der 2016 veröffentlichte Leitfaden für Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzepte soll in den kommenden Jahren in der Praxis erprobt, evaluiert und entsprechend den konkreten Erfahrungen überarbeitet werden.
Abstract River basins comprise the river itself and the floodplains which are influenced by the river and its floods. Austria’s river basins are exposed to a high number of different uses. Especially the protection of settlement areas from natural hazards and the reclamation of land for agricultural and forestry production have shaped and sustainably changed our river basins over the centuries. Traditional flood protection structures cause numerous impacts to the river ecosystems and are the main cause for not achieving the ecological objectives of the Water Framework Directive in more than 50% of Austria’s rivers. In order to coordinate the objectives and programmes of measures of the National River Basin Management Plan with those from the National Flood Risk Management Plan while also considering other uses and functions of the river in the planning process, an integrative river basin management approach is required. Only a holistic, cross-sectoral view on all river-relevant aspects allows for detecting conflicts, identifying synergies and developing sound solutions for the river basin in an integrative, participatory process. With the River Development and Risk Management Concept (GE-RM) a planning instrument for integrative river basin management was developed. The GE-RM planning process is applied on longer river stretches/catchments, strengthens the collaboration between different administrative and technical units and leads to the definition of integrative guiding principles, which are the basis for the development of concrete concepts of measures for flood protection and ecology. Focus is on the identification of synergies between the different sectors. Guidelines for the implementation of River Development and Risk Management Concepts were published in 2016 and will be tested, evaluated and improved according to the practical experiences in the upcoming years.
Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzepte als Planungsinstrument für ein integratives Flussraummanagement
Zusammenfassung Flussräume bestehen aus dem Gewässer selbst und dem durch das Gewässer und dessen Hochwässern geprägten Umland. Sie sind in Österreich einer Vielzahl unterschiedlicher Nutzungen ausgesetzt. Insbesondere der Schutz von Siedlungsräumen vor Naturgefahren sowie die Landgewinnung für land- und forstwirtschaftliche Produktion haben unsere Flusslandschaften über Jahrhunderte geprägt und nachhaltig verändert. Traditionelle schutzwasserwirtschaftliche Baumaßnahmen führen zu einer Vielzahl an Belastungen für die Gewässerökosysteme und sind in Österreich die Hauptursache für die Verfehlung der ökologischen Ziele der Wasserrahmenrichtlinie in mehr als 50 % unserer Fließgewässer. Um die Ziele und Maßnahmenprogramme des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans mit jenen des Nationalen Hochwasserrisikomanagementplans abstimmen und gleichzeitig auch andere Nutzungen und Anforderungen an das Gewässer berücksichtigen zu können, bedarf es eines integrativen Flussraummanagements. Nur durch eine gesamtheitliche, sektorenübergreifende Betrachtung aller gewässerrelevanten Aspekte ist es möglich, Konflikte zu erkennen, Synergien zu identifizieren und in einem integrativen, partizipativen Prozess die bestmöglichen Lösungen für das Gewässer zu erarbeiten. Mit dem Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzept (GE-RM) wurde ein Planungsinstrument für integratives Flussraummanagement entwickelt. Der GE-RM-Planungsprozess erfolgt für längere Gewässerstrecken bzw. ganze Einzugsgebiete, stärkt die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Fach- und Verwaltungsbereichen und führt zur Definition eines integrativen Leitbildes, welches in weiterer Folge als Grundlage für die Erstellung konkreter schutzwasserwirtschaftlicher und ökologischer Maßnahmenkonzepte dient. Die Identifizierung von Synergien zwischen den verschiedenen Fachbereichen steht dabei im Vordergrund. Der 2016 veröffentlichte Leitfaden für Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzepte soll in den kommenden Jahren in der Praxis erprobt, evaluiert und entsprechend den konkreten Erfahrungen überarbeitet werden.
Abstract River basins comprise the river itself and the floodplains which are influenced by the river and its floods. Austria’s river basins are exposed to a high number of different uses. Especially the protection of settlement areas from natural hazards and the reclamation of land for agricultural and forestry production have shaped and sustainably changed our river basins over the centuries. Traditional flood protection structures cause numerous impacts to the river ecosystems and are the main cause for not achieving the ecological objectives of the Water Framework Directive in more than 50% of Austria’s rivers. In order to coordinate the objectives and programmes of measures of the National River Basin Management Plan with those from the National Flood Risk Management Plan while also considering other uses and functions of the river in the planning process, an integrative river basin management approach is required. Only a holistic, cross-sectoral view on all river-relevant aspects allows for detecting conflicts, identifying synergies and developing sound solutions for the river basin in an integrative, participatory process. With the River Development and Risk Management Concept (GE-RM) a planning instrument for integrative river basin management was developed. The GE-RM planning process is applied on longer river stretches/catchments, strengthens the collaboration between different administrative and technical units and leads to the definition of integrative guiding principles, which are the basis for the development of concrete concepts of measures for flood protection and ecology. Focus is on the identification of synergies between the different sectors. Guidelines for the implementation of River Development and Risk Management Concepts were published in 2016 and will be tested, evaluated and improved according to the practical experiences in the upcoming years.
Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzepte als Planungsinstrument für ein integratives Flussraummanagement
River Development and Risk Management Concepts as planning instruments for an Integrative River Basin Management
DI Mühlmann, Helena (Autor:in) / DI Pleschko, Drago (Autor:in) / DI Michor, Klaus (Autor:in)
Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft ; 70 ; 45-53
14.11.2017
9 pages
Aufsatz (Zeitschrift)
Elektronische Ressource
Deutsch
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