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Governance einer flächensparenden Siedlungsentwicklung durch die Regionalplanung – Eine Analyse in städtisch und ländlich geprägten Regionen
Mit dem Jahr 2020 wird der ursprüngliche zeitliche Horizont für das Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke auf 30 Hektar am Tag erreicht. Angesichts der tatsächlichen Entwicklung des ‚Flächenverbrauchs‘ oberhalb dieses Zielwertes sowie dessen mannigfaltiger negativen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen kommt einer flächensparenden Siedlungsentwicklung nach wie vor höchste Priorität zu. Die Umwandlung von Freiraum in Siedlungs- und Verkehrsfläche erfolgt nicht nur in den städtisch geprägten Wachstumsregionen der Bundesrepublik. Auch in einigen ländlich-peripheren Bereichen zeigt sich trotz demografischer und teils struktureller Schrumpfung eine fortschreitende Flächenneuinanspruchnahme. In den ‚Leitbildern und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland‘ hebt die Ministerkonferenz für Raumordnung die Pläne und Programme der Regionalplanung als geeignetes Instrumentarium zur Steuerung einer flächensparenden Siedlungsentwicklung hervor und betont das regionalplanerische Potenzial als Koordinator und Kommunikator bei kooperativen Prozessen. Gleichwohl konstatiert die Raumforschung der Regionalplanung diesbezüglich immer wieder ein Steuerungs- und Implementationsdefizit, welches insbesondere auf ein nicht Ausnutzen des zur Verfügung stehenden formellen Instrumentariums sowie institutionelle Hemmnisse zurückgeführt wird. Im Fokus entsprechender Analysen standen bisher eher Wachstumsregionen mit engen Stadt-Umland-Verflechtungen. Eine Betrachtung ob der konsequenten Anwendung des verfügbaren Instrumentariums durch die Regionalplanung liegt inzwischen einige Jahre zurück. Es besteht zudem eine Forschungslücke hinsichtlich einer integrierenden Betrachtung ergänzender informeller Handlungsansätze. Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorliegende Arbeit der ganzheitlichen Untersuchung regionalplanerischer Handlungsansätze zur Steuerung einer flächensparenden Siedlungsentwicklung in unterschiedlich raumstrukturell geprägten Regionen. Als Fallstudien dienen die Region Main-Rhön in Bayern, die Region Rostock in Mecklenburg-Vorpommern und die Region Stuttgart in Baden-Württemberg. Mithilfe einer Governance-Analyse werden neben der Ausgestaltung des klassischen formellen Instrumentariums der Regionalplanung informelle Formen der Handlungskoordination unter Berücksichtigung institutioneller wie raumstruktureller Rahmenbedingungen erfasst. Expertengespräche ergänzen die Methodik zur Identifizierung von Erfolgen und Defiziten der jeweiligen Governance-Formen sowie deren Einflussfaktoren. Im Ergebnis erfolgt die Governance einer flächensparenden Siedlungsentwicklung durch die Regionalplanung in allen Fallstudienregionen in erster Linie hierarchisch durch den Regionalplan und formelle Verfahren. In unterschiedlicher Intensität kommen zudem die Governance-Formen der Verhandlung oder des Netzwerks zum Einsatz. Ein ausdifferenziertes Governance-Regime stellt einen der wesentlichen Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung einer flächensparenden Siedlungsentwicklung dar. Defizite ergeben sich aus der fehlenden Akzeptanz seitens der Adressaten der regionalplanerischen Handlungsansätze, welche auch auf die raumstrukturelle Prägung der Regionen zurückzuführen ist. Daraus abgeleitete Empfehlungen für die Weiterentwicklung regionalplanerischer Governance-Regime umfassen die Optimierung des hierarchischen Planungsinstrumentariums, den Einsatzes ergänzender Governance-Formen sowie die Anpassung institutioneller Rahmenbedingungen. Die raumstrukturellen Rahmenbedingungen sind stets als wesentliche Grundlage für die inhaltliche Ausrichtung eines ausdifferenzierten Governance-Regimes der Regionalplanung für eine flächensparende Siedlungsentwicklung zu berücksichtigen.
Governance einer flächensparenden Siedlungsentwicklung durch die Regionalplanung – Eine Analyse in städtisch und ländlich geprägten Regionen
Mit dem Jahr 2020 wird der ursprüngliche zeitliche Horizont für das Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke auf 30 Hektar am Tag erreicht. Angesichts der tatsächlichen Entwicklung des ‚Flächenverbrauchs‘ oberhalb dieses Zielwertes sowie dessen mannigfaltiger negativen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen kommt einer flächensparenden Siedlungsentwicklung nach wie vor höchste Priorität zu. Die Umwandlung von Freiraum in Siedlungs- und Verkehrsfläche erfolgt nicht nur in den städtisch geprägten Wachstumsregionen der Bundesrepublik. Auch in einigen ländlich-peripheren Bereichen zeigt sich trotz demografischer und teils struktureller Schrumpfung eine fortschreitende Flächenneuinanspruchnahme. In den ‚Leitbildern und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland‘ hebt die Ministerkonferenz für Raumordnung die Pläne und Programme der Regionalplanung als geeignetes Instrumentarium zur Steuerung einer flächensparenden Siedlungsentwicklung hervor und betont das regionalplanerische Potenzial als Koordinator und Kommunikator bei kooperativen Prozessen. Gleichwohl konstatiert die Raumforschung der Regionalplanung diesbezüglich immer wieder ein Steuerungs- und Implementationsdefizit, welches insbesondere auf ein nicht Ausnutzen des zur Verfügung stehenden formellen Instrumentariums sowie institutionelle Hemmnisse zurückgeführt wird. Im Fokus entsprechender Analysen standen bisher eher Wachstumsregionen mit engen Stadt-Umland-Verflechtungen. Eine Betrachtung ob der konsequenten Anwendung des verfügbaren Instrumentariums durch die Regionalplanung liegt inzwischen einige Jahre zurück. Es besteht zudem eine Forschungslücke hinsichtlich einer integrierenden Betrachtung ergänzender informeller Handlungsansätze. Vor diesem Hintergrund widmet sich die vorliegende Arbeit der ganzheitlichen Untersuchung regionalplanerischer Handlungsansätze zur Steuerung einer flächensparenden Siedlungsentwicklung in unterschiedlich raumstrukturell geprägten Regionen. Als Fallstudien dienen die Region Main-Rhön in Bayern, die Region Rostock in Mecklenburg-Vorpommern und die Region Stuttgart in Baden-Württemberg. Mithilfe einer Governance-Analyse werden neben der Ausgestaltung des klassischen formellen Instrumentariums der Regionalplanung informelle Formen der Handlungskoordination unter Berücksichtigung institutioneller wie raumstruktureller Rahmenbedingungen erfasst. Expertengespräche ergänzen die Methodik zur Identifizierung von Erfolgen und Defiziten der jeweiligen Governance-Formen sowie deren Einflussfaktoren. Im Ergebnis erfolgt die Governance einer flächensparenden Siedlungsentwicklung durch die Regionalplanung in allen Fallstudienregionen in erster Linie hierarchisch durch den Regionalplan und formelle Verfahren. In unterschiedlicher Intensität kommen zudem die Governance-Formen der Verhandlung oder des Netzwerks zum Einsatz. Ein ausdifferenziertes Governance-Regime stellt einen der wesentlichen Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung einer flächensparenden Siedlungsentwicklung dar. Defizite ergeben sich aus der fehlenden Akzeptanz seitens der Adressaten der regionalplanerischen Handlungsansätze, welche auch auf die raumstrukturelle Prägung der Regionen zurückzuführen ist. Daraus abgeleitete Empfehlungen für die Weiterentwicklung regionalplanerischer Governance-Regime umfassen die Optimierung des hierarchischen Planungsinstrumentariums, den Einsatzes ergänzender Governance-Formen sowie die Anpassung institutioneller Rahmenbedingungen. Die raumstrukturellen Rahmenbedingungen sind stets als wesentliche Grundlage für die inhaltliche Ausrichtung eines ausdifferenzierten Governance-Regimes der Regionalplanung für eine flächensparende Siedlungsentwicklung zu berücksichtigen.
Governance einer flächensparenden Siedlungsentwicklung durch die Regionalplanung – Eine Analyse in städtisch und ländlich geprägten Regionen
Wahrhusen, Nina (author)
2021
17018 KB , 343 pages
Miscellaneous
Electronic Resource
German
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