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Die anrollende Stadt—Probleme des Freizeitverkehrs auf dem Lande
«wirklich, ich lobe mir das Spazierengehen. Nur bedaure ich, dass es wegen des Verkehrs auf der Autostrasse so lange dauert, bis ich zu jener Stelle komme. Um eine Stunde dort spazierenzugehen, muss ich mit dem Auto eine Stunde hinfahren und eine Stunde her. Aber ich nehme das in Kauf, weil mich das Spazierengehen so beruhigt, und von der Hinfahrt in dem furchtbaren Verkehr werde ich derartig nervös, dass ich die Beruhigung eines Spaziergangs nös tig habe, damit ich die Rüs uckfahrt Schaffen kann.
Die ausserordentliche Dichte des Verkehrs auf dieser Strasse rüs uhrt daher, dass so viele an denselben Ort fahren, um da spazierenzugehen. In der Tat ist die Strasse manchmal verstopft, und man will sie jetzt verbreitern, damit man leichter in die schös ne Gegend komme und damit dieser Genuss urn so mehr Menschen zuteil werde. Und das ist gut. Schade ist nur, dass für die zunehmende Zahl der Autos auch mehr Parkplatz geschaffen werden muss, und dieser muss wieder aus der Spaziergegend herausgenommen werden. Das Problem ist eben, dass man die ganze Gegend in einen Parkplatz venvandeln musste, wenn man fur die Wagen aller Leute, die da spazierengehen mös chten, genüs gend Raum schaffen wollte. Und vielleicht sollte man das tun, weil in dem Fall nicht mehr so viele Leute dor wü rden spazierengehen wollen, so dass sich dann das Problem von selber lös st.»
(Klaus Mampell, Ausschnitt aus der Glosse «Per Auto zum Spaziergang»)Die anrollende Stadt—Probleme des Freizeitverkehrs auf dem Lande
«wirklich, ich lobe mir das Spazierengehen. Nur bedaure ich, dass es wegen des Verkehrs auf der Autostrasse so lange dauert, bis ich zu jener Stelle komme. Um eine Stunde dort spazierenzugehen, muss ich mit dem Auto eine Stunde hinfahren und eine Stunde her. Aber ich nehme das in Kauf, weil mich das Spazierengehen so beruhigt, und von der Hinfahrt in dem furchtbaren Verkehr werde ich derartig nervös, dass ich die Beruhigung eines Spaziergangs nös tig habe, damit ich die Rüs uckfahrt Schaffen kann.
Die ausserordentliche Dichte des Verkehrs auf dieser Strasse rüs uhrt daher, dass so viele an denselben Ort fahren, um da spazierenzugehen. In der Tat ist die Strasse manchmal verstopft, und man will sie jetzt verbreitern, damit man leichter in die schös ne Gegend komme und damit dieser Genuss urn so mehr Menschen zuteil werde. Und das ist gut. Schade ist nur, dass für die zunehmende Zahl der Autos auch mehr Parkplatz geschaffen werden muss, und dieser muss wieder aus der Spaziergegend herausgenommen werden. Das Problem ist eben, dass man die ganze Gegend in einen Parkplatz venvandeln musste, wenn man fur die Wagen aller Leute, die da spazierengehen mös chten, genüs gend Raum schaffen wollte. Und vielleicht sollte man das tun, weil in dem Fall nicht mehr so viele Leute dor wü rden spazierengehen wollen, so dass sich dann das Problem von selber lös st.»
(Klaus Mampell, Ausschnitt aus der Glosse «Per Auto zum Spaziergang»)Die anrollende Stadt—Probleme des Freizeitverkehrs auf dem Lande
Krippendorf, Jost (author)
disP - The Planning Review ; 18 ; 25-30
1982-01-01
6 pages
Article (Journal)
Electronic Resource
German