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Die im rein theoretischen Rechenmodell FIGARO (Fire and Gas Movements in Room) ermittelten Auswertungen über die Phänomene von Rauch- und Heißgas (Ausbreitung von Rauchgasen und toxischer Gase sowie der räumlichen Temperaturverteilung) in Tunnelanlagen wurde in 20 Versuchen im stillgelegten Reppafjord-Tunnel in Nord-Norwegen überprüft. Als Eckdaten für Flucht- und Rettungsmöglichkeiten sind die Erfahrungswerte für die Belastbarkeit von Personen: 500 ppm CO-Anteile, 100 Grad C Temperatur und 10 m Sichtweite, jeweils in 1,5 bis 2 m Höhe (Kopfhöhe) angenommen worden. Referenzdaten zur Anpassung der gewonnenen Versuchsdaten an das FIGARO-Modell stammen aus innerhalb der Versuchsreihe durchgeführten Holzkrippen- und Heptanbränden. Dem verstärkten Einsatz von Kunststoffen im Fahrzeugbau (Reisebusse) kommt hinsichtlich der Menge der toxischen Rauchgase (CO, HCN) besondere Bedeutung zu. In den Versuchen wurden die maximalen Temperaturen mit einem Reisebuß (hoher Kunststoffanteil, 800 Grad C), U-Bahnwagen (hoher Aluminium-Anteil, 1100 Grad C) nach ca. 15 min, bei IC-Waggon (hoher Stahlanteil, 700 Grad C) nach ca. 100 min erreicht. Die Rauchgastemperatur sinkt nahe der Brandlast bereits stark ab. Das führt zum raschen Absacken der Rauchgase in den Bodenbereich und zur Minderung der Sicht und einem Ansteigen der Giftgasanteile. Das Temperaturprofil ist, entgegen der bisherigen Annahme, nach den visuellen Beobachtungen innerhalb der Versuche nicht identisch mit dem Rauchgasprofil. Heißgas- und Rauchgasschichten sind unterschiedlich ausgeprägt. Bereits in relativer Nähe zur Brandlast (ca. 30 m) besteht nur eine geringe Gefährdung durch Hitze (<=100 Grad C). Die Gefährdung durch eine hohe Rauchdichte und toxische Gase ist hingegen in über 300 m Entfernung zur Brandlast noch stark vorhanden. Es wird vorgeschlagen, Schutzräume in Tunnelbereichen, gasdichte Bereiche und Sprinkleranlagen in Reisezugwagen einzurichten. Die Nutzung besonders geschützter Fahrwege (Rettungstunnel) wird als eine denkbare Möglichkeit für Flucht- und Rettungswege angesehen.
Die im rein theoretischen Rechenmodell FIGARO (Fire and Gas Movements in Room) ermittelten Auswertungen über die Phänomene von Rauch- und Heißgas (Ausbreitung von Rauchgasen und toxischer Gase sowie der räumlichen Temperaturverteilung) in Tunnelanlagen wurde in 20 Versuchen im stillgelegten Reppafjord-Tunnel in Nord-Norwegen überprüft. Als Eckdaten für Flucht- und Rettungsmöglichkeiten sind die Erfahrungswerte für die Belastbarkeit von Personen: 500 ppm CO-Anteile, 100 Grad C Temperatur und 10 m Sichtweite, jeweils in 1,5 bis 2 m Höhe (Kopfhöhe) angenommen worden. Referenzdaten zur Anpassung der gewonnenen Versuchsdaten an das FIGARO-Modell stammen aus innerhalb der Versuchsreihe durchgeführten Holzkrippen- und Heptanbränden. Dem verstärkten Einsatz von Kunststoffen im Fahrzeugbau (Reisebusse) kommt hinsichtlich der Menge der toxischen Rauchgase (CO, HCN) besondere Bedeutung zu. In den Versuchen wurden die maximalen Temperaturen mit einem Reisebuß (hoher Kunststoffanteil, 800 Grad C), U-Bahnwagen (hoher Aluminium-Anteil, 1100 Grad C) nach ca. 15 min, bei IC-Waggon (hoher Stahlanteil, 700 Grad C) nach ca. 100 min erreicht. Die Rauchgastemperatur sinkt nahe der Brandlast bereits stark ab. Das führt zum raschen Absacken der Rauchgase in den Bodenbereich und zur Minderung der Sicht und einem Ansteigen der Giftgasanteile. Das Temperaturprofil ist, entgegen der bisherigen Annahme, nach den visuellen Beobachtungen innerhalb der Versuche nicht identisch mit dem Rauchgasprofil. Heißgas- und Rauchgasschichten sind unterschiedlich ausgeprägt. Bereits in relativer Nähe zur Brandlast (ca. 30 m) besteht nur eine geringe Gefährdung durch Hitze (<=100 Grad C). Die Gefährdung durch eine hohe Rauchdichte und toxische Gase ist hingegen in über 300 m Entfernung zur Brandlast noch stark vorhanden. Es wird vorgeschlagen, Schutzräume in Tunnelbereichen, gasdichte Bereiche und Sprinkleranlagen in Reisezugwagen einzurichten. Die Nutzung besonders geschützter Fahrwege (Rettungstunnel) wird als eine denkbare Möglichkeit für Flucht- und Rettungswege angesehen.
Temperaturverteilung und Ausbreitung toxischer Gase bei Tunnelbränden: Auswirkungen auf die Flucht- und Rettungsmöglichkeiten
Blume, G. (author)
1996
7 Seiten, 14 Bilder, 1 Tabelle, 15 Quellen
Article (Journal)
German
Tunnel , Verkehrsanlage , Brandgefahr , Temperaturverteilung , Brandverhalten , Brandverhütung , Brandschutz , Verkehrswesen , Schienenverkehr , Straßenverkehr , Rauch , Rauchentwicklung , Rauchgas , Wärmebelastung , Toxizität , Rechenprogramm , Feuersicherheit , U-Bahn , Untergrundbauwerk , Sichtweite
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|Modellierung von Tunnelbränden
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