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Energiesparendes Bauen in der Praxis - Ein Erfahrungsbericht über die Entwicklungsmaßnahme Burgholzhof in Stuttgart mit ca. 1000 Wohneinheiten in Niedrigenergiebauweise
Die Baumaßnahme Burgholzhof zeigt, daß das Errichten von Niedrigenergiehäusern im sozialen und freifinanzierten Geschoßwohnungsbau mit den Zwängen des Baualltags möglich ist, aber einer fachlich kritischen Begleitprüfung bedarf. Diese Begleitung muß alle Phasen vom Entwurf bis zur Realisierung umschließen. Die Erfahrung zeigt, daß der Wärmeschutznachweis derzeit in der ersten Fassung selten fehlerfrei ist. Das Verfahren zur Ermittlung des Heizwärmebedarfs in der Wärmeschutzverordnung beinhaltet aufgrund seiner Komplexität schon ein mögliches Fehlerpotential. Beim Ersatz des derzeit einfachen Jahresverfahren durch das Monatsverfahren der europäischen Norm und deren Erweiterung um die anlagentechnischen Einflüsse in der geplanten Energiesparverordnung ist zu befürchten, daß das Fehlerpotential ansteigt und eine Überprüfung erheblich aufwendiger wird. Es muß bei der Einführung komplexerer Rechenansätze sichergestellt werden, daß die Baupraxis diese auch nachvollziehbar umsetzt, ansonsten besteht die Gefahr, daß die Planung und die Praxis wesentlich voneinander abweichen. Die Detailplanung von Bauteilanschlüssen sollte grundsätzlich für alle Anschlußbereiche durchgeführt werden. In den Detailplänen müssen die energetischen Qualitätsmerkmale der Baumaterialien ausgewiesen werden. Der Bauleiter ist auf mögliche Anschlußprobleme frühzeitig hinzuweisen. Bei der Bauausführung entstehen Probleme durch unzureichenden Informationsfluß zwischen den Gewerken und durch unzureichende Produktkennzeichnung. Hier muß die Baustoffindustrie, speziell der Fensterbau, die Informationen für den Bauleiter und den Handwerker deutlich verbessern. Aber auch Dämmindustrie und Steinhersteller müssen ihre Produkte besser kennzeichnen. Daneben muß der Bauleiter für den Informationsfluß zwischen den Gewerken sorgen. Grundsätzlich positiv ist zu vermerken, daß die Notwendigkeit zur energiesparenden Bauweise von den meisten der Bauschaffenden anerkannt und als Qualitätsverbesserung bewertet wird. Die aufgezeigten Probleme lassen sich durch geeignete Weiterentwicklungen lösen und erlauben so über noch weitergehende Energieeinsparmöglichkeiten nachzudenken.
Energiesparendes Bauen in der Praxis - Ein Erfahrungsbericht über die Entwicklungsmaßnahme Burgholzhof in Stuttgart mit ca. 1000 Wohneinheiten in Niedrigenergiebauweise
Die Baumaßnahme Burgholzhof zeigt, daß das Errichten von Niedrigenergiehäusern im sozialen und freifinanzierten Geschoßwohnungsbau mit den Zwängen des Baualltags möglich ist, aber einer fachlich kritischen Begleitprüfung bedarf. Diese Begleitung muß alle Phasen vom Entwurf bis zur Realisierung umschließen. Die Erfahrung zeigt, daß der Wärmeschutznachweis derzeit in der ersten Fassung selten fehlerfrei ist. Das Verfahren zur Ermittlung des Heizwärmebedarfs in der Wärmeschutzverordnung beinhaltet aufgrund seiner Komplexität schon ein mögliches Fehlerpotential. Beim Ersatz des derzeit einfachen Jahresverfahren durch das Monatsverfahren der europäischen Norm und deren Erweiterung um die anlagentechnischen Einflüsse in der geplanten Energiesparverordnung ist zu befürchten, daß das Fehlerpotential ansteigt und eine Überprüfung erheblich aufwendiger wird. Es muß bei der Einführung komplexerer Rechenansätze sichergestellt werden, daß die Baupraxis diese auch nachvollziehbar umsetzt, ansonsten besteht die Gefahr, daß die Planung und die Praxis wesentlich voneinander abweichen. Die Detailplanung von Bauteilanschlüssen sollte grundsätzlich für alle Anschlußbereiche durchgeführt werden. In den Detailplänen müssen die energetischen Qualitätsmerkmale der Baumaterialien ausgewiesen werden. Der Bauleiter ist auf mögliche Anschlußprobleme frühzeitig hinzuweisen. Bei der Bauausführung entstehen Probleme durch unzureichenden Informationsfluß zwischen den Gewerken und durch unzureichende Produktkennzeichnung. Hier muß die Baustoffindustrie, speziell der Fensterbau, die Informationen für den Bauleiter und den Handwerker deutlich verbessern. Aber auch Dämmindustrie und Steinhersteller müssen ihre Produkte besser kennzeichnen. Daneben muß der Bauleiter für den Informationsfluß zwischen den Gewerken sorgen. Grundsätzlich positiv ist zu vermerken, daß die Notwendigkeit zur energiesparenden Bauweise von den meisten der Bauschaffenden anerkannt und als Qualitätsverbesserung bewertet wird. Die aufgezeigten Probleme lassen sich durch geeignete Weiterentwicklungen lösen und erlauben so über noch weitergehende Energieeinsparmöglichkeiten nachzudenken.
Energiesparendes Bauen in der Praxis - Ein Erfahrungsbericht über die Entwicklungsmaßnahme Burgholzhof in Stuttgart mit ca. 1000 Wohneinheiten in Niedrigenergiebauweise
Erhorn, H. (author) / Broll, J. (author) / Hellwig, R. (author) / Kluttig, H. (author)
1998
8 Seiten, 8 Bilder, 1 Quelle
Article (Journal)
German
Energiesparendes Bauen in der Praxis überwacht : ein Erfahrungsbericht
UB Braunschweig | 2000
|Energiesparendes Bauen in der Praxis überwacht - ein Erfahrungsbericht
Fraunhofer Publica | 2000
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DataCite | 2000
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