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Einige Aspekte der räumlichen Integration der ČSSR in Europa
Das symbolische Zerschneiden der Stacheldrahtzäune an den Grenzen zwischen der ČSSR und Österreich sowie der ČSSR und der Bundesrepublik Deutschland, das von den Außenministern dieser Länder im Dezember 1989 durchgeführt wurde, kann mit Recht als hoffnungsvoller Beginn der Reintegration der ČSSR in Europa angesehen werden. Die geographische Lage und die kulturellen Traditionen haben die ČSSR dazu vorbestimmt, eine Mittlerrolle in den wirtschaftlichen Beziehungen, im wissenschaftlich-technischen Fortschritt und im kulturellen Leben zwischen den europäischen Ländern zu erfüllen. Die ČSSR nimmt auch im Zusammenhang mit der Entwicklung der ökologischen Verhältnisse in Europa eine spezifische Stellung ein – einerseits wird die Atmosphäre der ČSSR erheblich von Immissionen belastet, deren Quellen außerhalb des Staatsgebiets liegen, zum anderen beeinträchtigt die ČSSR mit ihren Emissionen auch stark die Luft- und Wasserqualität in vielen anderen europäischen Ländern. Obwohl die Tschechoslowakei an der gesamteuropäischen Festlandsfläche einen Anteil von nur 1,23 % und an der gesamteuropäischen Bevölkerung von nur 2,22 % hat, kommt ihr bei der zukünftigen Gestaltung Mitteleuropas eine bedeutende Rolle zu. Damit die Tschechoslowakei aber die Stelle, die ihr im Rahmen eines geeinten Europas zusteht, wirklich einnehmen kann, müssen viele dafür nötige Voraussetzungen politischer, ökonomischer, kultureller und in Verbindung damit auch räumlichstruktureller Art geschaffen werden. Die Überwindung der bisher einseitigen Orientierung der ČSSR auf die osteuropäischen Staaten und die Bestrebungen, sich der Welt zu öffnen, erfordern vor allem eine durchgreifende Intensivierung der Beziehungen der ČSSR zu den wirtschaftlich hochentwickelten europäischen Ländern und damit auch zur EG. Die neue tschechoslowakische Regierung der nationalen Verständigung erwägt deshalb auch die Aufnahme von Verhandlungen über eine Erweiterung der Handelsabkommen und der Zusammenarbeit zwischen der ČSSR und der EG und vielleicht auch über eine bestimmte Form der Assoziation. Die ČSSR muß jedoch die Zusammenarbeit mit den europäischen Mitgliedstaaten des RGW auf wirtschaftlichem, kulturellem und ökologischem Gebiet auch weiterhin fördern. Diese Zusammenarbeit kann aber nur unter der konsequent eingehaltenen Voraussetzung von Gleichberechtigung und gegenseitigem Nutzen erfolgen. Bei der Beurteilung der Zusammenhänge und Voraussetzungen einer Reintegration der ČSSR in Europa kommt den räumlichen Aspekten dieses Prozesses eine große Bedeutung zu. Hierbei darf man bei der bisherigen Entwicklung und dem gegenwärtigen Zustand des zur ČSSR gehörenden Gebiets nicht nur von der Gesamtheit ausgehen, sondern muß auch die einzelnen Regionen beachten.
Einige Aspekte der räumlichen Integration der ČSSR in Europa
Das symbolische Zerschneiden der Stacheldrahtzäune an den Grenzen zwischen der ČSSR und Österreich sowie der ČSSR und der Bundesrepublik Deutschland, das von den Außenministern dieser Länder im Dezember 1989 durchgeführt wurde, kann mit Recht als hoffnungsvoller Beginn der Reintegration der ČSSR in Europa angesehen werden. Die geographische Lage und die kulturellen Traditionen haben die ČSSR dazu vorbestimmt, eine Mittlerrolle in den wirtschaftlichen Beziehungen, im wissenschaftlich-technischen Fortschritt und im kulturellen Leben zwischen den europäischen Ländern zu erfüllen. Die ČSSR nimmt auch im Zusammenhang mit der Entwicklung der ökologischen Verhältnisse in Europa eine spezifische Stellung ein – einerseits wird die Atmosphäre der ČSSR erheblich von Immissionen belastet, deren Quellen außerhalb des Staatsgebiets liegen, zum anderen beeinträchtigt die ČSSR mit ihren Emissionen auch stark die Luft- und Wasserqualität in vielen anderen europäischen Ländern. Obwohl die Tschechoslowakei an der gesamteuropäischen Festlandsfläche einen Anteil von nur 1,23 % und an der gesamteuropäischen Bevölkerung von nur 2,22 % hat, kommt ihr bei der zukünftigen Gestaltung Mitteleuropas eine bedeutende Rolle zu. Damit die Tschechoslowakei aber die Stelle, die ihr im Rahmen eines geeinten Europas zusteht, wirklich einnehmen kann, müssen viele dafür nötige Voraussetzungen politischer, ökonomischer, kultureller und in Verbindung damit auch räumlichstruktureller Art geschaffen werden. Die Überwindung der bisher einseitigen Orientierung der ČSSR auf die osteuropäischen Staaten und die Bestrebungen, sich der Welt zu öffnen, erfordern vor allem eine durchgreifende Intensivierung der Beziehungen der ČSSR zu den wirtschaftlich hochentwickelten europäischen Ländern und damit auch zur EG. Die neue tschechoslowakische Regierung der nationalen Verständigung erwägt deshalb auch die Aufnahme von Verhandlungen über eine Erweiterung der Handelsabkommen und der Zusammenarbeit zwischen der ČSSR und der EG und vielleicht auch über eine bestimmte Form der Assoziation. Die ČSSR muß jedoch die Zusammenarbeit mit den europäischen Mitgliedstaaten des RGW auf wirtschaftlichem, kulturellem und ökologischem Gebiet auch weiterhin fördern. Diese Zusammenarbeit kann aber nur unter der konsequent eingehaltenen Voraussetzung von Gleichberechtigung und gegenseitigem Nutzen erfolgen. Bei der Beurteilung der Zusammenhänge und Voraussetzungen einer Reintegration der ČSSR in Europa kommt den räumlichen Aspekten dieses Prozesses eine große Bedeutung zu. Hierbei darf man bei der bisherigen Entwicklung und dem gegenwärtigen Zustand des zur ČSSR gehörenden Gebiets nicht nur von der Gesamtheit ausgehen, sondern muß auch die einzelnen Regionen beachten.
Einige Aspekte der räumlichen Integration der ČSSR in Europa
Alois Slepička (Autor:in)
1990
Aufsatz (Zeitschrift)
Elektronische Ressource
Unbekannt
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