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Brandrisiko durch Unfälle. Ergebnisse einer Unfalldatenauswertung
(Forts. aus Heft 40(2002)7/8, S. 187-192) Die vier möglichen Zündungsszenarien bei Kfz-Bränden (thermische, mechanische und elektrische Zündung, Fremdzündung) werden beschrieben. Im Kfz-Bereich spielen für eine Zündung besonders die brennbaren Flüssigkeiten eine Rolle. Der Einbauort des Tanks sowie dessen Material sind dabei von grundsätzlicher Bedeutung. Bei den meisten Pkw ist das Prinzip Frontmotor-Hecktank anzutreffen. Um die bei einer Kollision entstehende Leckage zu verhindern, empfielt es sich, den Tank außerhalb des Deformationsbereichs, z.B. vor oder über der Hinterachse, einzubauen. Mit Einführung des Kunststofftanks ergeben sich für die Hersteller neue Möglichkeiten. Die Verwendung bruchfester Kunststoffe senkt das deformationsbedingte Leckagerisiko. Schwierig gestaltet sich die Beseitigung möglicher Zündquellen. Trotz vieler Maßnahmen im vorbeugenden Brandschutz lässt sich die Entstehung eines Brandes nicht vollständig ausschließen. Gerade bei Kollisionen mit hohen Geschwindigkeitsunterschieden stoßen die meisten der diskutierten Möglichkeiten an ihre Grenzen. Wirkungslos sind sie bei der Fremdzündung durch den Unfallgegner. Um die Insassen eines verunglückten Fahrzeugs vor einem entstehenden Brand zu schützen, müssen die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Feuers sowie die Rauchentwicklung gering gehalten und Löschmaßnahmen umgehend eingeleitet werden. Optimal ist die Fahrgastzelle auch im Bereich des Brandschutzes so zu konzipieren, dass die Insassen zumindest für die Dauer bis zum Eintreffen der ersten Rettungskräfte vor den Folgen einer Brandeinwirkung geschützt sind. DEKRA hat in einer Pilotstudie 79 Unfälle untersucht, in deren Verlauf es zu einem Fahrzeugfolgebrand kam. Die meisten Kollisionen fanden dabei im Intervall von 80 km/h bis 100 km/h statt. Überhöhte Geschwindigkeit und Fahrfehler waren die Hauptunfallursachen. Hauptzündquellen sind bei einer Frontkollision heiße Teile im Motorbereich, wie z.B. die Abgasanlage. Bei einem Heckaufprall überwiegt die mechanische Zündung durch Reibung von Fahrzeugteilen auf der Fahrbahn. Die elektrische Zündung macht ungefähr ein Viertel aller Zündungen und liegt damit auf Platz drei. Diese Variante führt in der Regel zu einer langsamen Brandentstehung, da primär Kunststoffe gezündet werden. Einige Fahrzeughersteller verwenden Systeme zur Unterbrechung der Kraftstoffförderung im Falle einer schweren Kollision. Zur Reduktion der bei einem Unfall vom elektrischen Bordnetz ausgehenden Gefahren werden Anlagen angeboten, die einen weiteren Stromfluss durch Abtrennen der Batterie verhindern.
Brandrisiko durch Unfälle. Ergebnisse einer Unfalldatenauswertung
(Forts. aus Heft 40(2002)7/8, S. 187-192) Die vier möglichen Zündungsszenarien bei Kfz-Bränden (thermische, mechanische und elektrische Zündung, Fremdzündung) werden beschrieben. Im Kfz-Bereich spielen für eine Zündung besonders die brennbaren Flüssigkeiten eine Rolle. Der Einbauort des Tanks sowie dessen Material sind dabei von grundsätzlicher Bedeutung. Bei den meisten Pkw ist das Prinzip Frontmotor-Hecktank anzutreffen. Um die bei einer Kollision entstehende Leckage zu verhindern, empfielt es sich, den Tank außerhalb des Deformationsbereichs, z.B. vor oder über der Hinterachse, einzubauen. Mit Einführung des Kunststofftanks ergeben sich für die Hersteller neue Möglichkeiten. Die Verwendung bruchfester Kunststoffe senkt das deformationsbedingte Leckagerisiko. Schwierig gestaltet sich die Beseitigung möglicher Zündquellen. Trotz vieler Maßnahmen im vorbeugenden Brandschutz lässt sich die Entstehung eines Brandes nicht vollständig ausschließen. Gerade bei Kollisionen mit hohen Geschwindigkeitsunterschieden stoßen die meisten der diskutierten Möglichkeiten an ihre Grenzen. Wirkungslos sind sie bei der Fremdzündung durch den Unfallgegner. Um die Insassen eines verunglückten Fahrzeugs vor einem entstehenden Brand zu schützen, müssen die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Feuers sowie die Rauchentwicklung gering gehalten und Löschmaßnahmen umgehend eingeleitet werden. Optimal ist die Fahrgastzelle auch im Bereich des Brandschutzes so zu konzipieren, dass die Insassen zumindest für die Dauer bis zum Eintreffen der ersten Rettungskräfte vor den Folgen einer Brandeinwirkung geschützt sind. DEKRA hat in einer Pilotstudie 79 Unfälle untersucht, in deren Verlauf es zu einem Fahrzeugfolgebrand kam. Die meisten Kollisionen fanden dabei im Intervall von 80 km/h bis 100 km/h statt. Überhöhte Geschwindigkeit und Fahrfehler waren die Hauptunfallursachen. Hauptzündquellen sind bei einer Frontkollision heiße Teile im Motorbereich, wie z.B. die Abgasanlage. Bei einem Heckaufprall überwiegt die mechanische Zündung durch Reibung von Fahrzeugteilen auf der Fahrbahn. Die elektrische Zündung macht ungefähr ein Viertel aller Zündungen und liegt damit auf Platz drei. Diese Variante führt in der Regel zu einer langsamen Brandentstehung, da primär Kunststoffe gezündet werden. Einige Fahrzeughersteller verwenden Systeme zur Unterbrechung der Kraftstoffförderung im Falle einer schweren Kollision. Zur Reduktion der bei einem Unfall vom elektrischen Bordnetz ausgehenden Gefahren werden Anlagen angeboten, die einen weiteren Stromfluss durch Abtrennen der Batterie verhindern.
Brandrisiko durch Unfälle. Ergebnisse einer Unfalldatenauswertung
Fire risk in traffic accidents. Results of an evaluation of accident data
Berg, A. (author) / Egelhaaf, M. (author)
Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik ; 40 ; 269-274
2002
6 Seiten, 7 Bilder, 12 Quellen
Article (Journal)
German
Verkehrsunfall , Kollision , Fahrzeugsicherheit , Unfallanalyse , Unfallursachenforschung , Kfz (Kraftfahrzeug) , Aufprall , Brandgefahr , Brandschutz , Brandverhalten , Datenauswertung , Datenbank , Benzin , Benzinmotor , DEKRA (Deutscher Kraftfahrzeugüberwachungs-Verein) , Versicherungswesen , Dieselkraftstoff , Dieselmotor , Motoröl , Kraftstoffbehälter , Kunststoffprodukt , Kunststoffanwendung , Anwendung im Fahrzeugbau , Auspuffanlage , Zündtemperatur
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